Freitag, 22. April 2011

Die Schöne und die Deutsche Bahn (und anderes)

Moin.

Am Freitag war es mal wieder so weit: Ich beehrte die allseits beliebte DB mit meiner Anwesenheit und 21 Euronen für ein Ticket von Halle nach Leinefelde. Zum Glück bin ich so furchtbar reich, sonst müsste ich mich jetzt über den unverschämten Preis aufregen.
Zu einem Teil ist man ja auch selbst Schuld. Nicht an dem exorbitanten Preis, den sich nur dekadente Wagner-Pizza-Esser wie ich leisten können, sondern daran, sich kein Sachsen-Anhalt-Ticket mit vier anderen, wesentlich ärmeren Studenten geteilt zu haben.
Von dieser Möglichkeit konnte ich leider nicht Gebrauch machen, da ich bis dahin noch nicht wusste, wann ich denn fahren würde: Dönerstag oder Freitag. Da der Herr Fuchsa Mittwochs leider seinen nerdigen DSA-Abend hat oder billige Informatikübungsserien lösen muss (irgendwas in der Art wird es sein :D ), wurde noch eine Probe für gestern angesetzt. Mein Song läuft schon gut durch, aber das Zusammenspiel klappt noch nicht so richtig. Zu Guitar Pro-Dateien zu spielen ist deutlich einfacher =(
Richtig geil klingen tut es natürlich trotzdem, ich gestatte mir einfach mal Eigenlob. GEIL GEMACHT, ALTER!
Wenn Güthi noch an seiner Fußtechnik arbeitet (also aufhört rumzujammern "Ich kann's nicht" blabla) und Patrice noch was gesangartiges zusammenbekommt - wenn es so weiter geht, dann schreib ich den Text selbst - könnte es noch (!) genialer werden. Letzte Woche habe ich ja überrascht festegestellt, dass das Verfassen eines Songtextes wesentlich leichter ist als genial zu komponieren... jedenfalls meiner Meinung nach. Ich sollte auf Indierock umsteigen (da gibt's mehr Hühner) und anfangen zu singen. Dann könnte ich eingängige und simple Melodien über billige Akkordfolgen spielen und eine nach der anderen abschleppen... wenn nicht Selbstrespekt und musikalischer Anspruch im Weg stehen würden :)

Zurück zur Heimfahrt. Ich war also "geforced" kurzfristig freitags zu fahren. Am Donnerstag habe ich meinem Vater noch großkotzig erzählt, ich würde um neun fahren, daraus ist natürlich nichts geworden. Um die unchristliche Zeit steht an einem Feiertag doch keiner auf! Vielleicht war meine Müdigkeit bzw. Motivationsosigkeit auch den Sternburg geschuldet, aber bevor man gar nichts drinkt und die ganze Probe lang dürstet... und umsonst war es auch noch!
(Die Entschuldigung klingt armselig, ich weiß.)
Jedenfalls bin ich dann um elf oder so in den RE nach Kassel-Wilhelmshöhe eingestiegen. Der Zug war einigermaßen überfüllt; ich hatte ausnahmsweise mal Glück und konnte (durfte) neben einer sehr ansprechend aussehenden Studentin Platz nehmen. Eine 9,5 würde ich sagen. Wer möchte schon neben einem dicken, schwitzenden Fettsack sitzen? =)
Ein Buch lesend erinnerte sie mich daran, dass ich dummerweise keine Lektüre eingepackt hatte. Das Feynman-Buch, das ich gerade lese, ist nämlich sehr lustig und interessant (klare Empfehlung: "Kümmert Sie, was andere Leute denken? Neue Abenteuer eines neugierigen Physikers").
Folglich verbrachte ich die Zugfahrt Musik hörend, aus dem Fenster starrend und hin- und wieder die mir gegenüber sitzende Augenweide betrachtend. :)
In Leinefelde musste ich mich dann von meinem Opa abholen lassen, weil mein Vater mit dem Auto irgendwo (glaub im Harz) Fahrrad fahren war. Wie erwartet wurde ich ordentlich ausgefragt. Kennen bestimmt viele, vor allem immer wieder ähnliche Fragen, da das Gedächtnis mit dem Alter nachlässt..
Abends war ich dann noch mit Judith, meinem kleinen Bruder Jeremias, Andreas und ein paar anderen unten auf dem Sportplatz, um Fußball zu spielen und mich von Bremsen und Mücken vergewaltätigen zu lassen.
Danach hat mir mein Vater noch das Video von unserem Auftritt am 1. April gezeigt, ich fand mich eigentlich ziemlich toll. Sound war leider ab dem zweiten Song für die Tonne, als der Mann am Mischpult die Bässe ordentlich aufgedreht hat. Mal ehrlich: KEINER WILL DEN BASSISTEN HÖREN! Isso. 
Ich muss dringed auf's Klo. Bis demnächst


Richard

Mittwoch, 20. April 2011

Nachbeben vom 16. April

An besagtem Samstag wurde mein Geburtstag (der am Vortag war) nachgefeiert. 
Vormittags durfte ich mich noch mit einer allzuleichten Anorganikklausur beschäftigen, deren Abgabe nach der Hälfte der Zeit mir leider untersagt wurde :( und ich so ungefähr eine Stunde meiner wertvollen Zeit im Audimax dösend vertat.
Irgendwann sind Tobi, Denise und Julia in Halle aufgeschlagen. Die drei sind dann shoppen gegangen (armer Tobi =)) und ich habe mit den Vorbereitungen begonnen. Kurz vor drei kamen Judith und Andreas mit Bier, Kuchen und anderen Naturalien und es hieß: Ab ins Grüne.
Nachdem wir uns auf der Peißnitz mit Kuchen, Grillgut und Bier vergnügt haben, ging's ab zu Raik und mir in die WG (ersterer war aufgrund eines dringenden und außerordentlichen Besuchs seiner Götterschwester leider nicht anwesend).
Dort lieferten sich einige Gäste, hervorzuheben sind der Geheimrat Dabelow und meine verrückte Schwester, heftige Wortbattles. Themen der intensiven Diskussionen waren, vollkommen untypisch für uns, NICHT Physik (ich bin immernoch ganz erstaunt) sondern Religion, Drogen und Politik.
Meine Schwester, die irgendwann im letzten Monat vom Saulus zum Paulus mutiert ist, vertrat dabei die militante Anti-Drogenpartei (insbesondere im Bezug auf Gras) und Jonas fragte andere, teilweise weniger diskussionfreudige Menschen nach ihrer Religion/Glauben. 
Währenddessen vergnügte sich der Abschiss aus der Asi-WG vom Steintor auf unserem Balkon (Raik war ja nicht da und da habe ich die Chance ergriffen und alle Raucher auf den Balkon verbannt); sein Verhalten kam mir den ganzen Abend über unauffällig zivilisiert vor. Das änderte sich als ich die letzten Leute zur Tür geleitete und die Erdhaufen auf unserem Parkplatz entdeckte.
Der Typ hat doch tatsächlich unsere Blumenkästen vom Balkon entleert und mit der Leiche der armen Gisela (unsere Sonnenblume vom letzten Jahr) Weitwurf veranstaltet. Außerdem hat er unseren Scheuereimer im Bad mit Körperflüssigkeit gefüllt.
Ich gab meiner Müdigkeit den Vorzug und reinigte den Parkplatz erst am nächsten Morgen (vollkommen katerfrei übrigends !).
Als ich Sonntag Abend von SFA und Kochaktion bei Jonas un Kathrin zurückkam, waren die komischen Vandalen schon wieder da und chillten zusammen mit meinem, in letzter Zeit ziemlich motivationslosen Mitbewohner, im Wohnzimmer. Die Unordnung hatte sich potenziert und die Bierflaschenaufnahmekapazität unseres Flures war deutlich überschritten. Außerdem haben Christian und der Bundi meine Bananen und Cornflakes vernichtet und den Eimer im Bad weiter befüllt. (Hier nochmal großes Danke an Raik, dass er sich letzterem am Montag morgen angenommen hat)
Inzwischen ist es wieder einigermaßen ordentlich (!) aber es stehen immernoch ca. 10 Euro Bierfand hier rum.

Putzmännische Grüße
Richard

Dienstag, 19. April 2011

Und los geht's! / Das Peter-Prinzip

Hi zusammen!

In letzter Zeit denke ich immer öfter, dass ich Gedanken und Geschehnisse festhalten muss, um ihre Großartigkeit, Einzigartigkeit oder Absurdität der Nachwelt zu erhalten (vor allem weil ich ein gnadenlos schlechtes Langzeitgedächtnis habe) .
Als Hintergrund habe ich passend ein Bild des Hubble-Teleskops gewählt:
In this stunning image provided by the Hubble Space Telescope (HST), the Omega Nebula (M17) resembles the fury of a raging sea, showing a bubbly ocean of glowing hydrogen gas and small amounts of other elements such as oxygen and sulfur.

Dieser Blog wird einem Tagebuch ähneln und ich werde garantiert eine Menge nerdige Anekdoten erzählen. Angefangen mit folgendem


Das Peter-Prinzip

In einem Vorlesungssaal, in einem Seminarraum oder an einem Tisch darf immer nur genau ein Peter sitzen. Weitere Peter müssen stehen.

Jeder, der in Chemie aufgepasst hat, erinnert sich vielleicht an das Pauli-Prinzip. Es besagt, dass zwei Elektronen (oder andere Fermionen) in einem Atom nicht in allen Quantenzahlen, die u.a. Energie, Bahndrehimpuls und Eigendrehimpuls (Spin) beschreiben, übereinstimmen dürfen.
Peter sind folgerichtig Fermionen, d.h. sie haben einen halbzahligen Spin.
Eine Ausnahme ist Peter Bose aus der Arbeitsgruppe unserer Statistikprofessorin Frau Mertig, der (wie unschwer an seinem Namen zu erkennen) ein Boson ist.

Nerdige Grüße
Richard