Moin.
Am Freitag war es mal wieder so weit: Ich beehrte die allseits beliebte DB mit meiner Anwesenheit und 21 Euronen für ein Ticket von Halle nach Leinefelde. Zum Glück bin ich so furchtbar reich, sonst müsste ich mich jetzt über den unverschämten Preis aufregen.
Zu einem Teil ist man ja auch selbst Schuld. Nicht an dem exorbitanten Preis, den sich nur dekadente Wagner-Pizza-Esser wie ich leisten können, sondern daran, sich kein Sachsen-Anhalt-Ticket mit vier anderen, wesentlich ärmeren Studenten geteilt zu haben.
Von dieser Möglichkeit konnte ich leider nicht Gebrauch machen, da ich bis dahin noch nicht wusste, wann ich denn fahren würde: Dönerstag oder Freitag. Da der Herr Fuchsa Mittwochs leider seinen nerdigen DSA-Abend hat oder billige Informatikübungsserien lösen muss (irgendwas in der Art wird es sein :D ), wurde noch eine Probe für gestern angesetzt. Mein Song läuft schon gut durch, aber das Zusammenspiel klappt noch nicht so richtig. Zu Guitar Pro-Dateien zu spielen ist deutlich einfacher =(
Richtig geil klingen tut es natürlich trotzdem, ich gestatte mir einfach mal Eigenlob. GEIL GEMACHT, ALTER!
Wenn Güthi noch an seiner Fußtechnik arbeitet (also aufhört rumzujammern "Ich kann's nicht" blabla) und Patrice noch was gesangartiges zusammenbekommt - wenn es so weiter geht, dann schreib ich den Text selbst - könnte es noch (!) genialer werden. Letzte Woche habe ich ja überrascht festegestellt, dass das Verfassen eines Songtextes wesentlich leichter ist als genial zu komponieren... jedenfalls meiner Meinung nach. Ich sollte auf Indierock umsteigen (da gibt's mehr Hühner) und anfangen zu singen. Dann könnte ich eingängige und simple Melodien über billige Akkordfolgen spielen und eine nach der anderen abschleppen... wenn nicht Selbstrespekt und musikalischer Anspruch im Weg stehen würden :)
Zurück zur Heimfahrt. Ich war also "geforced" kurzfristig freitags zu fahren. Am Donnerstag habe ich meinem Vater noch großkotzig erzählt, ich würde um neun fahren, daraus ist natürlich nichts geworden. Um die unchristliche Zeit steht an einem Feiertag doch keiner auf! Vielleicht war meine Müdigkeit bzw. Motivationsosigkeit auch den Sternburg geschuldet, aber bevor man gar nichts drinkt und die ganze Probe lang dürstet... und umsonst war es auch noch!
(Die Entschuldigung klingt armselig, ich weiß.)
Jedenfalls bin ich dann um elf oder so in den RE nach Kassel-Wilhelmshöhe eingestiegen. Der Zug war einigermaßen überfüllt; ich hatte ausnahmsweise mal Glück und konnte (durfte) neben einer sehr ansprechend aussehenden Studentin Platz nehmen. Eine 9,5 würde ich sagen. Wer möchte schon neben einem dicken, schwitzenden Fettsack sitzen? =)
Ein Buch lesend erinnerte sie mich daran, dass ich dummerweise keine Lektüre eingepackt hatte. Das Feynman-Buch, das ich gerade lese, ist nämlich sehr lustig und interessant (klare Empfehlung: "Kümmert Sie, was andere Leute denken? Neue Abenteuer eines neugierigen Physikers").
Folglich verbrachte ich die Zugfahrt Musik hörend, aus dem Fenster starrend und hin- und wieder die mir gegenüber sitzende Augenweide betrachtend. :)
In Leinefelde musste ich mich dann von meinem Opa abholen lassen, weil mein Vater mit dem Auto irgendwo (glaub im Harz) Fahrrad fahren war. Wie erwartet wurde ich ordentlich ausgefragt. Kennen bestimmt viele, vor allem immer wieder ähnliche Fragen, da das Gedächtnis mit dem Alter nachlässt..
Abends war ich dann noch mit Judith, meinem kleinen Bruder Jeremias, Andreas und ein paar anderen unten auf dem Sportplatz, um Fußball zu spielen und mich von Bremsen und Mücken vergewaltätigen zu lassen.
Danach hat mir mein Vater noch das Video von unserem Auftritt am 1. April gezeigt, ich fand mich eigentlich ziemlich toll. Sound war leider ab dem zweiten Song für die Tonne, als der Mann am Mischpult die Bässe ordentlich aufgedreht hat. Mal ehrlich: KEINER WILL DEN BASSISTEN HÖREN! Isso.
Ich muss dringed auf's Klo. Bis demnächst
Richard